DHCP und DNS: Adressvergabe und Namensauflösung im Netzwerk
Wie DHCP Netzwerkkonfigurationen verteilt, DNS Namen auflöst und beide Dienste bei der systematischen Fehlersuche zusammenspielen.
- >DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol): Weist Clients automatisch IP, Subnet Mask, Gateway und DNS zu. (DORA-Prozess).
- >DNS (Domain Name System): Löst Namen in die für eine Verbindung benötigten Ressourcendaten auf, beispielsweise A- oder AAAA-Records.
- >UDP: Beide Protokolle nutzen meist UDP (DHCP: 67/68, DNS: 53) für Geschwindigkeit.
DHCP: Der DORA Prozess
Wenn sich ein Client mit einem Netzwerk verbindet, bezieht er seine Konfiguration häufig über den vierstufigen DORA-Prozess.
DNS: Namen statt Nummern
DNS ist hierarchisch aufgebaut. Bei der Eingabe eines Hostnamens fragt der Client zunächst den konfigurierten rekursiven Resolver.
Wichtige DNS Records
Verknüpft Name mit IPv4-Adresse. bissolux.com → 192.0.2.10
Verknüpft Name mit IPv6-Adresse. bissolux.com → 2001:db8::10
Verknüpft einen Alias mit einem kanonischen Namen. www.bissolux.com → bissolux.com
Sagt E-Mail-Servern, wohin Mails gesendet werden sollen.
- DHCP-Adressvergabe und DNS-Namensauflösung als getrennte Prozesse erklären
- DORA-Ablauf, Lease-Optionen und rekursive DNS-Auflösung nachvollziehen
- Typische Störungen mit Clientdaten, Paketmitschnitt und Serverlogs eingrenzen
DHCP liefert mehr als eine IP-Adresse
Beim typischen IPv4-Ablauf sucht der Client per Discover nach einem Dienst, erhält ein Offer, fordert ein Angebot mit Request an und bekommt per Acknowledge eine Lease. Zusätzlich werden Subnetzmaske, Default Gateway, DNS-Server, Suchdomain und weitere Optionen verteilt. Ohne korrekte Optionen kann ein Client eine gültige Adresse besitzen und trotzdem keine Ziele erreichen.
DHCP-Broadcasts überschreiten Router nicht automatisch. In segmentierten Netzen leitet ein Relay die Anfragen zum zentralen Server weiter und trägt dabei Informationen über das Ursprungsnetz. Scope, Relay und VLAN müssen daher zusammenpassen. Reservierungen binden eine Adresse an eine Clientkennung, ersetzen aber keine Dokumentation kritischer Systeme.
DNS ist eine verteilte, gecachte Datenbank
Ein Stub Resolver fragt meist einen rekursiven Resolver. Dieser nutzt Cache oder verfolgt die Hierarchie über Root-, TLD- und autoritative Nameserver. A- und AAAA-Records liefern Adressen, CNAME verweist auf einen anderen Namen, MX beschreibt Mailziele und TXT transportiert unter anderem Verifikations- und E-Mail-Richtlinien. TTL bestimmt, wie lange Antworten gecacht werden dürfen.
Eine erfolgreiche Namensauflösung beweist noch keine Erreichbarkeit des Dienstes. Umgekehrt kann ein Dienst per IP erreichbar sein, während nur DNS fehlschlägt. Diese Trennung ist für Troubleshooting entscheidend.
Diagnose entlang des tatsächlichen Pfads
Bei DHCP-Problemen werden Interface-Status, VLAN, Clientadresse, Lease, Relay und Scope geprüft. Eine Adresse aus 169.254.0.0/16 deutet bei IPv4 häufig darauf hin, dass keine Lease bezogen wurde. Ein Paketmitschnitt zeigt, welcher Schritt im DORA-Ablauf fehlt.
Bei DNS werden der konfigurierte Resolver, Abfragetyp, Antwortcode, autoritative Daten und Cache verglichen. NXDOMAIN bedeutet, dass der Name laut Antwort nicht existiert; SERVFAIL weist eher auf ein Problem bei Verarbeitung, Delegation oder Validierung hin. Split DNS kann intern und extern bewusst verschiedene Antworten liefern.
- 01
Clientadresse, Maske, Gateway, DNS-Server und Lease-Zeit erfassen.
- 02
VLAN, Relay-Adresse und passenden DHCP-Scope vergleichen.
- 03
DNS-Abfrage explizit gegen internen und autoritativen Resolver testen.
- 04
Antwortcode, Record-Typ, TTL und Delegationskette auswerten.
- 05
Änderungen mit Paketmitschnitt oder Logs verifizieren statt nur erneut zu testen.
Warum funktioniert Ping auf eine IP, aber nicht auf den Hostnamen?
Die IP-Konnektivität ist vorhanden, die Namensauflösung jedoch nicht. Prüfen Sie Resolverkonfiguration, DNS-Record, Suchsuffix, Cache und Erreichbarkeit des DNS-Servers.
Warum braucht jedes VLAN einen DHCP-Relay?
Clientanfragen starten als Broadcast im lokalen Segment. Ein Router leitet sie nicht regulär weiter; der Relay vermittelt zwischen Segment und zentralem DHCP-Server.